Lebendiger Orden mit großer Tradition


Eine neue Wanderausstellung zur Geschichte des Deutschen Ordens kommt vom 7. bis 24. November nach Würzburg. Ergänzt wird sie von drei Tafeln, die eine Doktorandin für die „Forschungsstelle Deutscher Orden“ der Uni Würzburg erarbeitet hat.

Der 1190 in Palästina gegründete Deutsche Orden hatte spätestens 1219 auch in Würzburg eine Niederlassung. Davon zeugt noch heute die Deutschhauskirche. Grund genug also für das Deutschordensmuseum in Bad Mergentheim, seine neue Wanderausstellung "Lebendiger Orden mit großer Tradition" auch nach Würzburg zu schicken.

Hier ist die Schau vom 7. bis 24. November in der Sparkasse Mainfranken in der Hofstraße zu sehen; der Eintritt ist frei.

Dank Doktorandin Mareile Mansky, frühere Mitarbeiterin der Forschungsstelle Deutscher Orden an der Universität Würzburg, kann die Ausstellung für ihre Zeit in der Sparkasse um drei Themen erweitert werden: „Deutscher Orden in Würzburg“, „Forschungsstelle Deutscher Orden“ und „Komturei Franken“.

Zur Arbeit der Forschungsstelle Deutscher Orden

Die Forschungsstelle Deutscher Orden wurde 2014 auf dem Campus Nord etabliert. Sie hat ein neues Kapitel der Ordensforschung eröffnet, denn sie will für Wissenschaft und Öffentlichkeit ein Ort des Wissens sein – mit Bibliothek, mit Bilder- und Fotosammlungen.

Dabei bemüht sie sich um eine Vernetzung mit Einrichtungen, die für die Erforschung der Geschichte des Deutschen Ordens bedeutsam sind. So soll eine verstärkte internationale Zusammenarbeit erreicht werden. Neu ist zum Beispiel eine Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Europäische Rechtsgeschichte.

Die Geschichte des Ordens und die Forschungsarbeiten dazu der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen: Darauf zielt die wissenschaftliche Reihe „Veröffentlichungen der Forschungsstelle Deutscher Orden an der Universität Würzburg“ ab, eine Unterreihe der „Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens“. Sie will der Forschung eine Plattform zur Präsentation neuer Ergebnisse bieten.

Auch durch Tagungen in der Forschungsstelle soll der Austausch zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit gefördert werden. Außerdem bietet die Forschungsstelle regelmäßig Lehrveranstaltungen an der Universität an, um den Studierenden Einblick in die Geschichte des Ordens zu verschaffen.

Geschichte des Deutschen Ordens

Mit päpstlicher Bestätigung wurde der „Orden der Brüder vom Deutschen Haus Sankt Mariens in Jerusalem“, kurz: Deutscher Orden, 1190 während des dritten Kreuzzuges als Spitalgemeinschaft vor Akkon im Heiligen Land gegründet und 1198 zum Ritterorden erweitert.

Im 13. Jahrhundert dehnte sich der Besitz des Deutschen Ordens weit aus – in den Mittelmeerraum, ins mittelalterliche Römische Reich, in das Gebiet des späteren Ost- und Westpreußens sowie nach Livland (das heutige Lettland und Estland). Durch die Reformation büßte der Orden 1525 und 1562 etliche Gebiete ein. 1805 verlor er seine Souveränität und wurde 1809 durch Napoleon in den Rheinbundstaaten verboten. Die ritterlich-geistliche Ausrichtung wandelte sich nach dem Ersten Weltkrieg in eine klerikal-geistliche. 1938/39 wurde der Orden in Österreich und der Tschechoslowakei enteignet und verboten, in Jugoslawien unterdrückt.

Nach 1945 erfolgte in Deutschland und Österreich ein Neuaufbau. Den Orden gibt es derzeit in Deutschland, Österreich, Italien, Tschechien, der Slowakei, Slowenien und Belgien; er wirkt im sozial-karitativen Bereich.

Zur Website der Forschungsstelle Deutscher Orden

07.11.2016, 09:00 Uhr