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Intern
  • 3D-Scan im Horus-Tempel von Edfu
  • Der Tempelbezirk von Dime
Lehrstuhl für Ägyptologie

Chons-Kapellen

Die Chons-Kapellen von Edfu: Neuedition und Gesamtbearbeitung der Räume J und K (sog. „chapelles lunaires“)

Dieses im Rahmen der Heisenberg-Vorhaben von Andreas Pries angesiedelte Teilprojekt erforscht die Ubiquität des Horusmythos, sein Ausgreifen auf die Kulte anderer Gottheiten und die theologische Einbindung neuer Themen am Beispiel von Dekoration und Kultfunktion der hinteren, dem Gotte Chons geweihten Kultkapellen des Großen Horustempels von Edfu. Die angestrebte philologische und auch bildwissenschaftliche Aufbereitung der Inschriften und Darstellungen der beiden Kammern in Edfu stellt eine weitere wichtige Etappe auf dem langen, im Jahre 1892 begonnen Weg der wissenschaftlichen Erschließung eines der bedeutendsten Tempel Ägyptens und der neben Dendara wohl größten „Bibliothek aus Stein“ dar. Aufgrund der thematischen Vielfalt und Besonderheit der Dekoration in diesen Räumen, wird die Bearbeitung nicht nur die Theologie und den Kult des Gottes Chons im Kontext des Edfu-Tempels erhellen, sondern neben vielen anderen Aspekten der ägyptischen Welt- und Gottesvorstellung auch das Thema der durch den Horusmythos begründeten Herrschaftslegitimation weiter vertiefen, welches zu den verbindenden Kernfragen der Heisenberg-Projekte zählt. Die Ergebnisse sollen in Form einer monographischen Studie vorgelegt werden, die neben einer gegenüber der bereits revidierten Edition nochmals verbesserten Textdokumentation erstmals auch eine den heutigen wissenschaftlichen Standards genügende Bilddokumentation bieten wird. Darin sollen die Darstellungen im Verbund mit den Texten präsentiert werden und die vorgegebene Einheit von Text und Bild erhalten bleiben.

Konkret ist das Vorhaben aus einer nun schon mehrere Jahre andauernden Mitarbeit des Projektleiters im Würzburger Horus-Behedety-Projekt erwachsen, in dessen Rahmen hinsichtlich der Dokumentation bereits eine umfassende methodische Grundlage entwickelt und definiert worden ist, der auch hier gefolgt wird. Neben der angestrebten Buchpublikation soll die digitale Dokumentation der Räume außerdem online und open access zugänglich gemacht werden.

Nach der im Rahmen des Heisenberg- Programms abzuschließenden Bearbeitung der Chons-Räume, soll sich dem dann noch die vollständige Edition der drei Osiris-Kultkammern anschließen, so dass zusammen mit den Ergebnissen des laufenden Würzburger Projektes zu Sanktuar und Mesenit des Tempels und dem zeitgleich unter der Leitung von Carolina Teotino-Tattko angelaufenen Editionsprojekt zur Min-Kammer schon ein ganz beträchtlicher Teil des zentralen Kultbereichs des Tempels in vollständigen Bearbeitungen vorläge.