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    Lehrstuhl für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie

    Pressespiegel - Meldung

    Archäologie einmal anders

    09/26/2011

    Ausstellung im Kitzinger Museum über Forschungen am Bullenheimer Berg

    Der Bullenheimer Berg und seine Geheimnisse: Eine Sonderausstellung wurde im Kitzinger Museum eröffnet und zeigt moderne Forschungsarbeiten, wie sie seit 2010 angewendet wurden. Foto: Ralf Weiskopf

     

    (rw) Für gewöhnlich werden in Museen verschiedene Exponate einer bestimmten Epoche oder eines bestimmten Themenkreises ausgestellt. Andere Wege geht Museumsleiterin Stephanie Nomayo derzeit in Kitzingen mit einer Sonderausstellung über neue Forschungen auf dem Bullenheimer Berg, die im Beisein von rund 40 Ehrengästen eröffnet wurde und bis zum 20. November zu sehen ist. Unter den Gästen waren die Professoren Frank Falkenstein und Heidi Peter-Roecher vom Lehrstuhl für vor- und frühgeschichtliche Archäologie der Uni Würzburg, die maßgeblich an den Forschungsarbeiten beteiligt waren.

    Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit des Museums mit dem Archäologischen Netzwerk Kitzinger Land, der Arc Tron GmbH, dem Landesamt für Denkmalpflege und wurde Dank der Unterstützung zahlreicher Förderer, wie den Uni-Bund Würzburg, die Sparkassenstiftung, die Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken, der Landkreise Kitzingen und Neustadt Aisch sowie des Bezirks Mittelfranken ermöglicht.

    Stephanie Nomayo stellte nicht nur die archäologische Bedeutung des Bullenheimer Berges in den Mittelpunkt ihrer Rede, sondern lobt bei der Eröffnung auch die Zusammenarbeit der angrenzenden Gemeinden und die Arbeit der im Netzwerk zusammengeschlossenen Privatsammler. Frank Falkenstein nannte den Berg ein in Europa wohl einmaliges archäologisches Forschungsprojekt. Beide erinnerten an die zahlreichen „Raubgrabungen krimineller Sondengänger“ und die mühevolle Wiederbeschaffung einiger weniger wertvoller Exponate auf dem Kunstmarkt durch den Freistaat Bayern.

    Die Ausstellung selbst informiert über die bei den Forschungsarbeiten im Jahr 2010 eingesetzten hochtechnisierten Methoden wie das hochauflösende digitale „Airborn“ Laserscanning aus dem Flugzeug, Magnometer Projektionen, Sondierungsgrabungen, Bohrungen und GPS-gestützte Feldbegehungen, die zu zahlreichen neuen und überraschenden Ergebnissen und Erkenntnissen über die lange Besiedlungsgeschichte des Bergplateaus  führten. Außerdem wurden bei einem Pilotprojekt Verfahren zur Materialanalyse von mineralischen Fundstücken angewandt. Diese Methoden und deren Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen hat sich das Kitzinger Museum mit der Ausstellung zum Ziel gesetzt.

    Bullenheimer Berg

    Auf dem Plateau des Bullenheimer Berges (456 Meter) wurden mehrere Befestigungsphasen und Besiedlungen von der Bronzezeit bis ins frühe Mittelalter nachgewiesen. Die Befestigungswälle und das ehemalige Tor sind nur noch wenig im Gelände sichtbar. Auf dem mittelalterlichen Burgstall steht heute ein beliebter Aussichtsturm.

    Entdeckt wurde der vorgeschichtliche Ringwall zu Beginn der 1970er Jahre. Ende der 1980er Jahre wurden die universitären Forschungen zunächst eingestellt. Im Frühjahr und Sommer 2010 wurden erstmals wieder gezielte wissenschaftliche Feldforschungen

     

    aus: MAINPOST, 26. September 2011

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