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    Lehrstuhl für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie

    Pressespiegel - Meldung

    Dem Berg-Mythos auf der Spur

    06/04/2012


    Wissenschaft Archäologen verfügen über moderne Methoden, um die Vergangenheit zu erhellen. Eine neue Dokumentation zeigt, wie Forscher der Universität Würzburg den Bullenheimer Berg untersuchen.

    Der Bullenheimer Berg ist interessant. Über die Jahrtausende hinweg war er immer wieder besiedelt. Auf der Erhebung wurden in den späten 1970er bis späten 1980er Jahren durch Sondengänger mindestens 19 reiche Schatzfunde entdeckt, von denen manche illegal in den Kunsthandel verkauft wurden, wie etwa der berühmte Schatzfund mit dem Goldornat.
    Andere Schatzfunde konnte in Zusammenarbeit mit Privatsammlern und der zuständigen Denkmalbehörde planmäßig ausgegraben werden, so das prächtige Phalerendepot, das im Jahre 1981 Anlass für die Aufnahme mehrjähriger Ausgrabungen auf dem Bergplateau war. 1981, 1983 und 1988 fanden Ausgrabungen Würzburger Forscher statt.
    Eine Sonderausstellung im Kirchenburgmuseum in Mönchsondheim, die von heute an bis zum 17. Juli gezeigt wird, bietet faszinierende Einblicke in die aktuellen Feldforschungen der Universität Würzburg auf dem Bullenheimer Berg, der sich über die Landkreise Kitzingen und Neustadt a. d. Aisch-Bad Windsheim zieht.
    Die Dokumentation präsentiert in verständlicher Weise moderne Methoden und Techniken der Archäologie, mit denen die Vorgeschichte unserer Region gegenwärtig erforscht wird. Hierzu zählen, neben Methoden der Fern erkundung und Geophysik, auch mannigfache naturwissenschaftliche Materialanalysen an Fundobjekten vom Bullenheimer Berg.
    2010 startete der Lehrstuhl für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie neue Feldforschungen, wobei er eng mit dem Archäologischen Netzwerk Kitzinger Land, einem Zusammenschluss von Laien unter der Leitung des Städtischen Museums Kitzingen, kooperiert. Die Leitung haben Professor Dr. Frank Falkenstein und Professor Dr. Heidi Peter-Röcher.
    Zunächst wurde ein Airborne-Laserscanning, ein hochpräziser Scan des Berges, vom Helikopter aus gemacht. Ergebnisse aus diesen Untersuchungen werden im Iphöfer Stadtteil Mönchsondheim gezeigt. "Unsere Dokumentation soll als Wanderausstellung in der Region Kitzinger Land über die Methoden und ersten Ergebnisse des Forschungsvorhabens informieren und bei den Landkreisbewohnern um Akzeptanz für das archäologische Projekt werben", sagt Professor Falkenstein.
    Die nun in Mönchsondheim, im Schatten des Bullenheimer Berges, gezeigte Ausstellung wird um ein reich bebildertes Begleitheft erweitert, in dem vor allem Nachwuchswissenschaftler zu Wort kommen, um ihre jüngsten Forschungen einem interessierten Laienpublikum zu präsentieren. Neben den aktuellen Feldforschungen sind traditionell auch die urnenfelderzeitlichen Hortfunde aus dem 9. Jahrhundert v. Chr. vom Bullenheimer Berg Gegenstand der wissenschaftlichen Betrachtung der Würzburger Archäologen.

    Parallel zur Ausstellung in Mönchsondheim wird im Städtischen Museum Kitzingen erstmals ein im Jahre 1987 von einem Sondengänger entdeckter und durch das Landesamt für Denkmalpflege geborgener Grabfund aus der Urnenfelderzeit der Öffentlichkeit präsentiert. "Der schon seit Langem im Museum Kitzingen aufbewahrte Fund repräsentiert nicht nur das einzige bekannte Grab aus der Urnenfelderzeit vom Bullenheimer Berg, sondern bildet mit seinem reichen Bronzeschmuck auch einen rätselhaften Befund", resümiert Stephanie Nomayo, Leiterin des Städtischen Museum Kitzingen. Die faszinierenden Methoden und Ergebnisse zeigen die erstaunlichen Möglichkeiten der modernen Archäologie auf. Doch wird hierbei auch deutlich, dass in der 30 Hektar großen Höhensiedlung die Forschungen noch ganz am Anfang stehen. Es wird noch Jahre intensiver archäologischer Feldforschungen bedürfen, bis zuverlässige Angaben zur Besiedlung, Wirtschaft und Religion in der Bronze- und Urnenfelderzeit (zirka 1600 bis 800 v. Chr.) getroffen werden können. Die Forscher sind zuversichtlich, dass sie dem Bullenheimer Berg noch manches Geheimnis entlocken werden.

     

    04.06.2012   Von: Sabine Paulus    DIE KITZINGER

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