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    #Unterwegs


    Nachtrag zur documenta-Fahrt am 15.6.2017
    "Ignoranz ist eine Tugend", flüstert es von überall. Zwölf Stunden, 28 Reisende, 30 °C und 200 Künstler - die wichtigste Kunstschau der Welt und ja, diese Superlative sind anstrengend, überflüssig und ehrlich gesagt auch uninteressant. Bevor man sich aufregt, dass diese Documenta irgendwelchen Ansprüchen nicht genügt: Die Fachschaftsinitiative Kunstgeschichte ist dort hingefahren. Während man vor Ort an der Garderobe wartete, qualmte gegenüber der Turm des Fridericianums und der parthenon of books ruhte links daneben. Was war hier los? Man oszillierte zwischen Unverständnis und Neugierde. Denn so platt es klingen mag: Wenn die Varianten in der Wahrnehmung der Realität zwischen der Frage, ob es hier brennt oder neuerdings der Papst gewählt würde, einem in den Sinn kommen, dann liegt man - vielleicht - genau richtig. Wann brennen wieder Bücher, wann brennt die Kunst und wer oder was vermag heute, was lange dem Papst vorbehalten war. Verwirrung paart sich mit Verirrung. Die 100 tägige Ausstellung verteilt sich über die ganze Stadt und eine zweite dazu. Die Künstler hatten die Aufgabe, unterschiedliche Arbeiten für die beiden Städte Athen und Kassel zu konzipieren, wobei es neben viel Neuem auch Wiederaufnahmen von bereits gezeigten Arbeiten wie eben der des parthenon of books oder der der Videoinstallation im Untergrund des Hauptbahnhofs zu sehen gab.
    Die Gruppe verlor sich dann und wann, ab und zu begegneten sich die einzelnen bei verschiedenen Objekten, tauschten sich kurz aus und gingen weiter ihrer Wege. Da gab es ein riesiges rotes Stoffgewirr mit lauter Knoten. Eine Tesafilmperformance, bei der man aufpassen musste nicht dran kleben zu bleiben, überdimensional große Bauklötze in Tarnfarben, mit denen man sich ein eigenes kleines Haus bauen konnte und riesige Rohre, in denen nur klitzekleine Menschen leben könnten. Fett, Filz und Honig waren dabei, natürlich.
    Das Gruppenfoto wurde vor einem Dinosaurier geschossen und im Hintergrund brannte immer noch das Museum oder wurde der Papst wieder neu gewählt? Man weiß es nicht genau. Dank unseres tollen Busfahrers kamen wir trotz allem gesund und munter wieder in Würzburg an.
    Wir freuen uns, dass diese Fahrt stattfinden konnte und bedanken uns bei jeder helfenden Hand, die diese Fahrt möglich gemacht hat. documenta 15 – Kassel, wir kommen. Vielleicht kommen wir drauf. Hauptsache, wir bleiben dran. Und nein, Ignoranz ist keine Tugend, sondern höchstens ein... wir leben in einer Demokratie und diese Schau war so vielschichtig, dass Wochen wahrscheinlich nicht reichten, um diese neuartige Documenta des Kurators Adam Szymczyk und den Künstlerinnen und Künstlern aus der ganzen Welt zu erfassen. Aber verwirrt sein zu dürfen, allein die Möglichkeit dazu zu bekommen, tut gut in einer Welt, die sich bei vielem so sicher zu sein scheint.

    Katja Hock und Konstantin Krüger