Geschichte
Die Geschichte des Institutes und der Deutschen Gesellschaft für Hochschulkunde
Anfänge in Göttingen
Am 16. Februar 1922 wurde in Göttingen auf Initiative von Paul Ssymank die „Hochschulkundliche Vereinigung. Gesellschaft von Freunden und Förderern der Hochschulkunde und des Hochschularchivs der Deutschen Studentenschaft“ gegründet. Sie machte es sich zur Aufgabe, das drei Jahre zuvor ins Leben gerufene Hochschularchiv der Deutschen Studentenschaft zu fördern. Die wachsende Sammlung an Büchern, Grafiken und Objekten bewahrte Ssymank unter dem Namen „Institut für Hochschulkunde“ anfangs in seiner Privatwohnung auf.
Anfänge in Frankfurt
Ebenfalls während der 1920er Jahre machte es sich der ehemalige Corpsstudent Carl Manfred Frommel zur Aufgabe, ein Netzwerk aus mehreren Korporationsverbänden zu flechten, um unabhängig von Ssymank ein eigenes Zentrum für Universitäts- und Studentengeschichte mit besonderem Fokus auf das Verbindungswesen zu etablieren. Im Oktober 1928 gelang es ihm, mit Unterstützung der Stadt und Universität Frankfurt dort eine „Hochschulkundliche Sammlung“ zu gründen. Bis 1936 wuchsen deren Bestände an Bibliothek, Grafik und Objekten beträchtlich an.
Von Göttingen und Frankfurt nach Würzburg
Der 1933 an die Macht gekommene ehemalige Burschenschafter, Oberbürgermeister Theo Memmel, machte es sich zur Aufgabe, Würzburg zu einem Zentrum hochschulkundlicher Forschung und zur „Stadt der deutschen Studenten“ schlechthin zu machen. Die Stadt kaufte zahlreiche Bestände an, darunter die Sammlung Ssymanks in Göttingen und Frommels in Frankfurt. Im Frühjahr 1939 wurde auf der Festung Marienberg im Rahmen des 18. Deutschen Studententages das „Institut für deutsche Studentengeschichte“ eröffnet. Bei Kriegsende 1945 kam es zwar zu einigen Plünderungen, im Wesentlichen blieben Bibliothek und Sammlungen aber erhalten.
Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg
Nach langen Verhandlungen zwischen den verschiedenen Akteuren, die bis dahin am „Institut für deutsche Studentengeschichte“ beteiligt gewesen waren, konnte 1954 in den Räumen der Alten Universität in der Domerschulstraße in Würzburg das nunmehrige „Institut für Hochschulkunde“ wiederbegründet werden. Organisatorisch war es an die Universitätsbibliothek angebunden. 1955/56 wurde auch die 1939 vereinsrechtlich gelöschte „Hochschulkundliche Vereinigung“ mit Sitz in Würzburg als eine Art Förderverein wiederbegründet.
Von den 1960er Jahren bis heute
Seit 1961 ist die „Hochschulkundliche Vereinigung“ offiziell Trägerverein des IfH, ihre Namensänderung in „Deutsche Gesellschaft für Hochschulkunde“ erfolgte 1970. Das IfH wurde institutionell mit Universität und Universitätsbibliothek verbunden, beispielsweise durch die Verankerung eines wissenschaftlichen Beirats und die Bestellung eines Senatsbeauftragten. 2006 wurde das IfH zum An-Institut erhoben und befindet sich seit Juli 2014 in einem renovierten Gebäude auf dem Campus Nord.
Matthias Stickler: Was ist eigentlich Hochschulkunde? Das Würzburger Institut für Hochschulkunde und seine Geschichte, in: Forschung & Lehre 22 (2015), S. 386f.
