Gegenwärtige Fellows
Abdelhaleem Awadallah
Abdelhaleem Awadallah promovierte 2022 in Alteraltägyptische Religion an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). Anschließend arbeitete er bis November 2023 als Dozent für altägyptische Sprache und Religion an der Suez Canal University, Ägypten. Seit Dezember 2023 ist er als Postdoktorand am Lehrstuhl für Ägyptologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg tätig. Im Rahmen seiner Forschung beschäftigt er sich mit der Funktion und Entwicklung der Totenmaske im Alten Ägypten. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der wissenschaftlichen Publikation dreier bislang unveröffentlichter Masken aus dem Ismailiah-Museum (Ägypten) sowie dem Privat Museum (Tokyo, Japan). Als Mitglied der MagEIA-Forschungsgruppe widmet sich seine Forschung der Untersuchung magischer Konzepte und Praktiken, wie sie in frühen ägyptischen Textquellen – darunter die Sargtexte und das Totenbuch – überliefert sind. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Analyse ihrer Repräsentation, Funktion und Wirkung in den Quellen des Neuen Reiches. |
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Roxanne Bélanger Sarrazin
Roxanne Bélanger Sarrazin promovierte 2020 in Religionswissenschaft (University of Ottawa) und in Sprach-, Literatur- und Übersetzungswissenschaft (Université Libre de Bruxelles). Ihre überarbeitete Dissertation Les divinités gréco-égyptiennes dans les textes magiques coptes, die sich mit der Aneignung antiker magischer Praktiken durch Christen und den religiösen Transformationsprozessen im spätantiken Ägypten befasst, erscheint demnächst bei Peeters in der Reihe Orientalia Lovaniensia Analecta. Von 2021 bis 2024 war sie Postdoktorandin im ERC-Projekt APOCRYPHA (Universität Oslo), anschließend Junior Fellow im DFG-Zentrum Beyond Canon (Universität Regensburg). Ihre Forschung zu koptischen Apokryphen, Magie und Liturgie mündet in der Monographie Apocrypha, Magic, Liturgy. Zudem ist sie Mitglied des Philae Temple Graffiti Project. Während ihres Aufenthalts bei MagEIA erforscht sie koptische medizinisch-magische Texte und untersucht deren „Vokabular des Heilens“ im Kontext kultureller und sprachlicher Austauschprozesse. |
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Neda Darabian
Neda Darabian hat kürzlich ihre Doktorarbeit am Centrum für Religionswissenschaftliche Studien (CERES) der Ruhr-Universität Bochum verteidigt. In ihrer Promotion am Centrum für Religionswissenschaftliche Studien (CERES) der Ruhr-Universität Bochum beschäftigt sich Neda Darabian mit jüdisch-christlich-zoroastrischen Begegnungen in Westasien während der Spätantike. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Diskursen über Magie in literarischen und materiellen Quellen in aramäischer, armenischer, syrischer sowie mittelpersischer Sprache. Sie interessiert sich insbesondere für die soziale Funktion von Magievorwürfen und dafür, wie Magie als diskursive Kategorie in spätantiken Gesellschaften verhandelt wurde. Im Rahmen des MagEIA-Projekts arbeitet sie an der Identifikation und Klassifizierung verschiedener Typen von Magiespezialist:innen, die sich in der sasanidischen Welt herausbildeten. Zudem erforscht sie, wie jüdische und christliche Akteure Magie, magische Praktiken und dämonische Wesen konzeptualisierten und welche Bedeutungen diesen zugeschrieben wurden. |
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Sofie Schiødt
Sofie Schiødt promovierte 2021 in Ägyptologie an der Universität Kopenhagen und hatte seitdem Postdoc-Stellen an der Universität Kopenhagen (2021–2022) und der Eberhard Karls Universität Tübingen (2022–2024) inne. Schiøds Forschungsschwerpunkte sind Sozialgeschichte, Medizin und Magie, Wissenschaft und Technologie sowie Bestattungsbräuche. Sie hat Texteditionen von drei hieratischen medizinischen Manuskripten aus der Papyrus-Carlsberg-Sammlung herausgegeben, darunter die Editio princeps des zweitlängsten erhaltenen medizinischen Textes aus Ägypten. Im Rahmen des MagEIA-Projekts wird sie untersuchen, wie die natürliche Umgebung in magische Praktiken integriert wurde, wobei sie sich auf die Rolle von Landschaften und Orten bei der Ausübung von Magie in Ägypten konzentriert und dabei vergleichende Perspektiven aus anderen historischen Disziplinen und der Anthropologie einbezieht. |
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Ulrike Steinert
Ulrike Steinert promovierte 2007 an der Georg-August-Universität Göttingen im Fach Altorientalistik. Ihre Dissertation Aspekte des Menschseins im Alten Mesopotamien: Eine Studie zu Person und Identität im 2. und 1. Jt. v. Chr. (Leiden: Brill) erschien 2012. Seither arbeitete sie als Postdoc in interdisziplinären Forschungsprojekten mit, darunter im ERC-Projekt BabMed – Babylonian Medicine (2013-2018, FU Berlin) und im Graduiertenkolleg 1876 „Frühe Konzepte von Mensch und Natur“ (2018-2022, JGU Mainz). In den Jahren 2022-2026 war sie Principal Investigator im DFG-Projekt „Akkadian and Hittite Emotional Concepts in Context (AHEC)“ an der JGU Mainz und untersuchte die sprachliche Domäne der Emotionen in akkadischen Texten aus Mesopotamien. In ihren Forschungen beschäftigt sich Ulrike Steinert insbesondere mit den verknüpften Feldern der altmesopotamischen Anthropologie, der altmesopotamischen Wissens- und Medizingeschichte sowie der historischen Emotionsforschung. Ihre kürzlich erschienene Habilitationsschrift Women’s Healthcare in Ancient Mesopotamia in the First Millennium BCE (Berlin: de Gruyter, 2026) enthält eine umfassende Bearbeitung und Untersuchung frauenheilkundlicher Keilschrifttexte aus dem 1. Jt. v. Chr., ihrer Körper- und Krankheitskonzepte sowie ihrer therapeutischen Praktiken im Spannungsfeld zwischen Medizin, Magie und Religion. Im Rahmen des MagEIA-Projekts untersucht Ulrike Steinert Emotionsmetaphern in akkadischen Beschwörungen und den mit ihnen verbundenen Ritualen in Quellen aus dem 2. und 1. Jt. v. Chr. Der Fokus liegt auf Beschwörungen und Ritualen, die explizit dazu dienten, emotionale Phänomene zu steuern oder zu beeinflussen, wie etwa Liebeszauber, Beschwörungen zur Besänftigung von Zorn und zur Abwehr von Feindschaft, bösen Dämonen und Schadenzauber. Das Projekt beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern Metaphern zu kulturellen Modellen der Emotionen (oder Emotionsskripten) beitragen, wie sich sprachliche Metaphern in magischen Objekten und rituellen Handlungen materialisieren, und wie die Bildsprache magischer Texte als performatives Instrument eingesetzt wurde, um Transformationen in den psychischen Zuständen ritueller Akteure zu ermöglichen und Veränderungen in ihren Beziehungen zur sozialen Umwelt zu fördern. |
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