Gegenwärtige Fellows
Diana Míčková
Diana Míčková promovierte in Ägyptologie (2023) und klassischer Philologie (2025) an der Karlsuniversität in Prag. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt vor allem auf altägyptischen religiösen Texten, Mythologie und Magie: Seit 2015 nimmt sie an archäologischen Ausgrabungen in Abusir teil, die vom Tschechischen Institut für Ägyptologie der Karlsuniversität durchgeführt werden, und arbeitet dort an der Übersetzung und Interpretation von Texten aus den Schachtgräbern der saitisch-persischen Zeit sowie an der Vorbereitung ihrer Editio Princeps. Ihre Forschung befasst sich zudem mit der antiken Kunst des Gedächtnisses. In den letzten Jahren war sie Mitglied mehrerer internationaler Forschungsprojekte, darunter „Alchemies of Scent“ (Institut für Philosophie der Tschechischen Akademie der Wissenschaften), wo sie sich insbesondere auf Texte aus den Tempeln von Edfu und Athribis konzentrierte, sowie „Rivers in the Ancient Mediterranean World: Comparative and Interdisciplinary Study“ (Institut für Griechische und Lateinische Studien, Karls-Universität). Zudem hat sie am Projekt „Hieroglyphs Recognition and Translation“ mitgewirkt, das sich mit der automatisierten Übersetzung ägyptischer Hieroglyphentexte unter Einsatz moderner Technologien befasst (Tschechisches Institut für Ägyptologie, Karls-Universität). Im Rahmen des MagEIA-Projekts konzentriert sie sich auf die rituellen und mythologischen Texte auf der Innenseite des äußeren Sarkophags aus dem Grab von Iufaa in Abusir sowie auf die Vorbereitung dieser Texte für die Veröffentlichung. Diese relativ komplexen und höchst ungewöhnlichen Kompositionen decken ein breites Spektrum an Aspekten altägyptischer magischer Überzeugungen und Praktiken ab, darunter Schutz- und apotropäische Rituale, Kompendien heiligen Wissens und die performative Rolle magischer Äußerungen. Eine detaillierte Untersuchung dieser Texte wird nicht nur zu einem tieferen Verständnis ihrer Sprache und ihres Inhalts beitragen, sondern birgt auch ein erhebliches Potenzial, die Forschung zu altägyptischen religiösen Texten im weiteren Sinne voranzubringen. | ![]() |
Theresa Roth
Theresa Roth ist seit 2023 Juniorprofessorin für Historisch-vergleichende Sprachwissenschaft / Indogermanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Ihre Promotion zu „Religiöser Kommunikation“ im Umbrischen und Hethitischen verteidigte sie 2019 an der Philipps-Universität Marburg. Durch die Einbindung im dortigen interdisziplinären Graduiertenkolleg „Inszenierung religiöser Atmosphäre in antiken Kulturen“ befasst sie sich seit 2023 mit der Rolle ritueller Texte bei der Erzeugung intersubjektiv wahrnehmbarer Effekte, die eine religiöse Situation konstituieren. Ihre aktuelle Arbeit im Sonderforschungsbereich „Register“ umfasst über den Zusammenhang zwischen situativ-funktionalen Parametern und sprachlicher Variation in griechischen medizinischen Fachtexten hinaus auch sprachliche Subjektivität und Intersubjektivität in epistemischen und evaluativen Äußerungen. Während ihres Fellowships bei MagEIA widmet sie sich der Untersuchung affektiver oder emotiver Sprache in magischen Texten (griechischen und lateinischen Fluchtafeln, hethitischen Beschwörungsritualen) und verknüpft damit die Expertise im Bereich religiöser Textsorten mit ihrem Interesse für Emotionsausdrücke und Phänomene wie „appraisal“, „attitudinality“ und „stance“. | ![]() |
Ulrike Steinert
Ulrike Steinert promovierte 2007 an der Georg-August-Universität Göttingen im Fach Altorientalistik. Ihre Dissertation Aspekte des Menschseins im Alten Mesopotamien: Eine Studie zu Person und Identität im 2. und 1. Jt. v. Chr. (Leiden: Brill) erschien 2012. Seither arbeitete sie als Postdoc in interdisziplinären Forschungsprojekten mit, darunter im ERC-Projekt BabMed – Babylonian Medicine (2013-2018, FU Berlin) und im Graduiertenkolleg 1876 „Frühe Konzepte von Mensch und Natur“ (2018-2022, JGU Mainz). In den Jahren 2022-2026 war sie Principal Investigator im DFG-Projekt „Akkadian and Hittite Emotional Concepts in Context (AHEC)“ an der JGU Mainz und untersuchte die sprachliche Domäne der Emotionen in akkadischen Texten aus Mesopotamien. In ihren Forschungen beschäftigt sich Ulrike Steinert insbesondere mit den verknüpften Feldern der altmesopotamischen Anthropologie, der altmesopotamischen Wissens- und Medizingeschichte sowie der historischen Emotionsforschung. Ihre kürzlich erschienene Habilitationsschrift Women’s Healthcare in Ancient Mesopotamia in the First Millennium BCE (Berlin: de Gruyter, 2026) enthält eine umfassende Bearbeitung und Untersuchung frauenheilkundlicher Keilschrifttexte aus dem 1. Jt. v. Chr., ihrer Körper- und Krankheitskonzepte sowie ihrer therapeutischen Praktiken im Spannungsfeld zwischen Medizin, Magie und Religion. Im Rahmen des MagEIA-Projekts untersucht Ulrike Steinert Emotionsmetaphern in akkadischen Beschwörungen und den mit ihnen verbundenen Ritualen in Quellen aus dem 2. und 1. Jt. v. Chr. Der Fokus liegt auf Beschwörungen und Ritualen, die explizit dazu dienten, emotionale Phänomene zu steuern oder zu beeinflussen, wie etwa Liebeszauber, Beschwörungen zur Besänftigung von Zorn und zur Abwehr von Feindschaft, bösen Dämonen und Schadenzauber. Das Projekt beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern Metaphern zu kulturellen Modellen der Emotionen (oder Emotionsskripten) beitragen, wie sich sprachliche Metaphern in magischen Objekten und rituellen Handlungen materialisieren, und wie die Bildsprache magischer Texte als performatives Instrument eingesetzt wurde, um Transformationen in den psychischen Zuständen ritueller Akteure zu ermöglichen und Veränderungen in ihren Beziehungen zur sozialen Umwelt zu fördern. |
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