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    MUS-IC-ON

    Rundgang

    MUS-IC-ON! – Musik mit allen Sinnen erfahren

    Die Sonderausstellung MUS-IC-ON! in der Antikenabteilung des Martin von Wagner-Museums erweckt die Klänge und Musikwelten antiker Kulturen zu neuem Leben. Durch die Ausstellung auch spielbarer Nachbauten antiker Musikinstrumente aus Ägypten, dem Vorderen Orient, Griechenland und Rom, kann der Besucher selbst den Klang der Instrumente erzeugen und erfahren.

    Unter den mehr als 80 Repliken finden sich die berühmten Trompeten aus dem Grab des Tutanchamun, bis zu zwei Meter hohe keltische Carnyx mit abschreckend geformten Schalltrichtern, Nachbauten der großen griechischen Kithara sowie mehrere Typen der römischen und frühmittelalterlichen Hydraulis. Glanzstück der Ausstellung ist zweifellos ein für das MvW-Museum gefertigter Nachbau des größten bekannten Saiteninstruments: Die hethitische, übermannshohe Leier von Inandik (Türkei). Eine besondere Faszination übt dabei nicht nur der enorme Klang dieses Instruments aus, sondern auch seine physisch wahrnehmbaren Schwingungen.

    Zusätzlich zu den spielbaren Musikinstrumenten erheben mehrere Medienstationen, darunter Touchscreens und Tablets mit spielerischen Einführungen, sowie ein Audioguide mit Klang- und Musikbeispielen die Ausstellung zu einem alle Sinne ansprechenden Erlebnis. Es ist dieser multisensorische und zugleich multimediale Zugang zur Musik vergangener Kulturen, der MUS-IC-ON! zu einer innovativen und modernen Ausstellung erhebt.

     

    Idee und Konzeption: Auf den Spuren antiker Klänge

    Konzeptionell begibt sich der Besucher zunächst im Eingangsbereich der Antikenabteilung auf eine Spurensuche, die nicht nur einen scharfen Blick, sondern auch ein aufmerksames Gehör erfordert. Wo verbergen sich Zeugnisse  antiker Musik? Welche Objekte bieten welche Art von Information? Können antike Musikwelten heute wiedererklingen?

    Von der Ausgrabung bis zum klingenden Instrument werden dann im ersten Ausstellungsraum alle Schritte zur Wiederbelebung antiker Klänge dem Besucher vor Augen geführt. Dabei sind nicht nur die Instrumente selbst von Bedeutung, sondern auch Beschreibungen und Darstellungen in Texten und Bildern: Wie wurden diese Instrumente gehalten und gespielt? Welche Details lassen Bilder erkennen? Welche Saitenstimmungen beschreiben musiktheoretische Texte?

    Bilden die Musikinstrumente, ihre Entdeckung, Bauweise, Entwicklung und Klänge die erste, stark erlebnisorientierte Säule von MUS-IC-ON!, so geht es in der zweiten thematischen Säule um das antike Musikleben an sich. Hier schließt sich die Frage nach dem Einsatz musikalischer Klänge Einsatz an. Zu welchen Anlässen wurden welche Instrumente gespielt? Welche Wirkung erzielte man mit welchen Klängen? War es Freude, Ekstase, Besänftigung oder gar Aggressivität?

    Ob bei Geburt, Hochzeit oder Tod, auch in der Antike wurde stets Musik eingesetzt. Aber auch beim Opfer oder zum Lobpreis der Götter spielte Musik eine wichtige Rolle. Mithilfe ihrer Klänge wurde zwischen irdischer und himmlischer Sphäre vermittelt, wütende Götter konnten besänftigt und so der Friede auf Erden wieder hergestellt werden. Unterhaltsam war Musik wiederum bei Theateraufführungen, bei Gladiatorenkämpfen oder Musikwettbewerben. Bei solchen Gelegenheiten zeigten antike Musiker und Virtuosen ihr ganzes Können. Schließlich haben sich in Texten auch Vorformen einer „Notenschrift“ erhalten, die tatsächlich nachspielbar ist. Präsentiert wird dem Besucher diese Vielfalt antiken Musiklebens im Kuppelsaal der Antikenabteilung.

    Der Rundgang schließt im Flur mit einer Reise durch die Zeit. Hier kann der Besucher dem Weiterleben antiker Musik anhand mittelalterlicher, barocker und schließlich moderner Instrumente aus aller Welt schrittweise nachgehen.

     

    Die Exponate

    Die Nachbauten aus dem Bestand der Wanderausstellung Archaeomusica (ca. 80) werden um weitere speziell für diese Ausstellung als Hands on gefertigte Instrumente ergänzt (ca. 20), darunter die hethitische Leier, ägyptische Lauten, griechische Lyren, sowie verschiedene Tonrasseln, Gefäßflöten und Glöckchen, hergestellt in Würzburger Handwerkstätten.

    Gezeigt werden aber auch originale Musikinstrumente aus verschiedenen Sammlungen des süddeutschen Limesraums, dem MvW-Museum sowie der Studiensammlung Musikinstrumente & Medien, die dem Institut für Musikforschung angeschlossen ist (ca. 20).

    Die meisten Bild- und Schriftwerke (ca. 60-80 Exponate) entstammen den Beständen der Würzburger Antikensammlung, darunter griechische Vasen, ägyptische und römische Terrakotten und Schmuckstücke, die zum Teil erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

    Sie werden erweitert um Leihgaben altorientalischer und ägyptischer Artefakte, aber auch Abgüsse und 3D-Drucke aus deutschen Universitätssammlungen (u.a. Jena, Leipzig, Heidelberg) sowie dem VAM Berlin (ca. 40).

    Sehen Sie hier die Reihe mit besonderen Objekten der Ausstellung.

    Oder werfen Sie einen Blick in unsere Ausstellungsräume:

    URSPRÜNGE – Prähistorische Musikwelten

    SPURENSUCHE I

    MUSIKWELTEN

    WERKSTATT

    SPURENSUCHE II