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Philosophische Fakultät

Friedhofskulturen als Thema einer Ausstellung

05.12.2023

Gestorben wird immer! Unter diesem Motto zeigt der Lehrstuhl für Europäische Ethnologie der Uni Würzburg eine digitale Ausstellung über Friedhofskulturen.

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Motiv vom Plakat der Ausstellung „Gestorben wird immer“. (Bild: Luise Stark / Universität Würzburg)

In der Friedhofskultur lässt sich gegenwärtig ein besonders starker Wandel beobachten. Die Menschen wählen zunehmend Wälder oder andere alternative Bestattungsorte aus und passen die Grabgestaltung an ihre individuellen Bedürfnisse an.

Dieser Trend ist auch im fränkischen Raum zu beobachten, wie die digitale Posterausstellung „Gestorben wird immer!“ zeigt. Fünf Studierende des Lehrstuhls für Europäische Ethnologie / Empirische Kulturwissenschaft der Universität Würzburg haben die Poster in einer Lehrveranstaltung unter der Leitung von Dr. Susanne Dinkl konzipiert.

Friedhöfe als soziale Räume

Im Mittelpunkt der Betrachtung standen Friedhöfe als „lebendige Ausdrucksformen, die von menschlichem Wissen und Können getragen, von Generation zu Generation weitervermittelt und stetig neu geschaffen und verändert werden“. Dieser Definition folgend, begriffen die Studierenden Friedhöfe als soziale Räume, die weit über ihre Funktionen als Orte der Erinnerung oder der Begegnung hinausweisen.

Pia May fragte danach, welche Rolle Pflanzen auf Friedhöfen einnehmen; ihre Arbeit ist unter dem Dach der Multi-Spezies-Ethnografie zu verorten. Sherin Grabensteins Schwerpunkt lag auf Symboliken bei der Grabgestaltung und damit auf der materiellen Kultur und deren Bedeutungen.

Zwei Poster haben einen historischen Fokus: Unter dem Aspekt der Erinnerungskultur betrachtete Nadine Oppermann den Soldatenfriedhof von Uettingen im Landkreis Würzburg. Diese Ruhestätte ist der älteste Friedhof Deutschlands; sie erinnert an über 300 Gefallene des Deutsch-Deutschen Kriegs von 1866. Damals kämpfte der Deutsche Bund unter österreichischer Führung gegen Preußen.

Saskia Fischer untersuchte populären (Aber-)Glauben – auf dem Friedhof Wieseth im Landkreis Ansbach vermutet sie ein nur selten nachweisbares „Hexengitter“.

Über die Rolle von Frauen in dem einst männlich dominierten Berufszweig des Bestattungswesens berichtet Dietje Ziemer. Sie fragt, welchen Stand Frauen in diesem Gewerbe einnehmen und welche zentralen Überlegungen hinter der Ergreifung dieses Berufes stehen.

Die Ausstellung ist dauerhaft über die Homepage des Lehrstuhls für Europäische Ethnologie/Empirische Kulturwissenschaft zugänglich.

Kontakt

Dr. Susanne Dinkl, Lehrstuhl für Europäische Ethnologie/Empirische Kulturwissenschaft, Universität Würzburg, susanne.dinkl@uni-wuerzburg.de

Von Robert Emmerich

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