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    Lehrstuhl für Ägyptologie

    Auf den Spuren der Hyksos

    Datum: 17.05.2021, 18:30 - 20:30 Uhr
    Ort: Digital (Zoom)
    Vortragende*r: Dr. Silvia Prell (Österreichische Akademie der Wissenschaften Wien)

    Im späten Mittleren Reich und der 2. Zwischenzeit wurde die Bevölkerung Ägyptens mit zwei vormals unbekannten Phänomenen konfrontiert: zum einen mit der Ansiedlung einer nicht unbedeutenden Anzahl von ausländischen Migranten im östlichen Nildelta und, zum anderen, der daraus resultierenden Herrschaft einer ausländischen Dynastie, den Hyksos, die den Norden des Landes und den Handel mit der Levante für ca. 100 Jahre kontrollierten. Ins Ostdelta Ägyptens waren diese Einwanderer zunächst als Händler, Handwerker, Seefahrer und Expeditionsleiter gelangt und hatten eine hybride ägypto-levantinische Kultur in einem bedeutenden Handelszentrum seiner Zeit, Tell el-Dabʿa/Avaris, erschaffen. Den archäologischen Relikten zufolge hatten diese Zuwanderer ihre Wurzeln zumindest teilweise im Nahen Osten, auch wenn ihre genaue geographische Herkunft und ihre kulturelle und „ethnische“ Homogenität immer noch im Dunkeln liegen. 

     

    Besonders die seit über fünf Jahrzehnten andauernden Ausgrabungen in Tell el-Dabʿa/Avaris, aber auch in anderen im Ostdelta gelegenen Orten, förderten reiches Material zu Tage, um die sozio-kulturellen Veränderungen, die sich ab der späten 12. Dynastie in diesem Gebiet anbahnen, intensiver beleuchten zu können. Silvia Prell beschäftigt sich im Rahmen des ERC Advanced Grants „The Enigma of the Hyksos“ unter der Leitung von Manfred Bietak, mit der materiellen Kultur, die das Ostdelta Ägyptens in dieser Zeit prägen. Der Vortrag beleuchtet, was ausländische Kulturgüter, aber auch fremde Bestattungssitten zur Erhellung der immer noch offenen Frage nach der ursprünglichen Herkunft der Zuwanderer beitragen können.

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