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Deutsch Intern
Lehrstuhl für Indologie

Mitarbeiter

Prof. Dr. Jörg Gengnagel

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Ulrike Engel

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PD Dr. Anna Aurelia Esposito

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Dr. Barbara Lotz (Lektorin)

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Dr. Pauline Schuster-Löhlau (in Elternzeit bis Ende März 2022)

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Judith Unterdörfler, M.A. (derzeit in Elternzeit)

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Karin Druxes, M.A. (nebenberuflich)

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Sarah Merkle-Schneider, M.A.

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Sebastian Stinzing, M.A.

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Anette Finger-Albert, M.A.

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  • DAAD Projekt "A New Passage to India"
  • Modul "Gender as a Political category" des BMBF-Projekts "Maria Sibylla Merian International Centre for Advanced Studies in the Humanities and Social Sciences: Metamorphosen des Politischen: Vergleichende Perspektiven auf das lange 20. Jahrhundert"

Viktorie Haldovská
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Hebatallah Kabel
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Jacqueline Schäfer
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Sophia Wäldin
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Ehemalige Mitarbeiter

Agnes Weiske 1962-2021

Nachruf

Am 31. März 2021 verstarb im Alter von 59 Jahren nach schwerer Krankheit die Indologin Agnes Weiske, die vor allem mit wichtigen Arbeiten zur Geschichte der Indienforschung hervorgetreten ist und seit den frühen 2000er Jahren mit dem Würzburger Lehrstuhl für Indologie verbunden war. Ihre besondere Leidenschaft galt der Bearbeitung und Auswertung von Briefquellen. Von ihrer diesbezüglichen Meisterschaft in Verbindung mit Hilfsbereitschaft und Großzügigkeit können viele Fachkollegen Zeugnis ablegen.

Ähnlich wie ihre Mutter Valentina Stache-Rosen als Diplomatenkind verbrachte Agnes Weiske als Tochter des Goethe-Institut-Leiters Wilfried Stache Kindheit und Jugend an den unterschiedlichsten Orten. So wurde sie 1962 in Jakarta, Indonesien, geboren und besuchte später die deutschen Schulen in Karachi, Teheran und Bangalore, um schließlich das Abitur an einem Internat in Deutschland abzulegen und ein Studium der Indologie, Archäologie, Völkerkunde und Indischen Kunstgeschichte in München aufzunehmen.

Nach dem frühen Tod ihrer Mutter besorgte sie 1990 die zweite Auflage von deren Sammlung von Kurzbiographien deutscher Indologen („German Indologists“). Während einer längeren Familienphase, in der ihre Kinder Clemens und Johanna geboren wurden, bearbeitete sie die Briefe des lippischen Kanzlers Friedrich Ballhorn-Rosen (1774-1855), eines Urahns mütterlicherseits, an seinen Sohn Georg (1820-1891) in Konstantinopel aus den Jahren 1847-1851 („Welch tolle Zeiten erleben wir…“ Detmold 1999). Die Publikation von Georg Rosens Reisenotizen aus den Jahren 1843 und 1844 sollte ihre letzte größere Arbeit werden (gemeinsam mit Frank Meier-Barthel, Berlin 2021). Zuvor erschien unter ihrer Mitwirkung Rosane Rochers Biographie von Georg Rosens jung verstorbenem älteren Bruder Friedrich Rosen (1805-1837), einem der frühesten deutschen Vedisten (For the Sake of the Vedas, Wiesbaden 2020). Hier fielen für Agnes Weiske Indologiegeschichte und Familiengeschichte zusammen. Georg Rosens Sohn Friedrich (1856-1935), gleichfalls Orientalist und Diplomat, ist eine Berliner Dissertation von Amir Theilhaber gewidmet (Berlin 2020), der Agnes Weiske für die Überlassung von Briefen, Notizbüchern und anderen in Familienbesitz befindlichen Materialien ihres Urgroßvaters dankt.

In den frühen 2000er Jahren begann Agnes Weiskes Zusammenarbeit mit dem Würzburger Lehrstuhl für Indologie (Heidrun Brückner) und der Tübinger Universitätsbibliothek (Gabriele Zeller) zur Bearbeitung der Briefe Otto Böhtlingks an Rudolf Roth, publiziert Wiesbaden 2007 als „Briefe zum Petersburger Wörterbuch“. Es folgte ihre Mitarbeit in mehreren Würzburger DFG-Projekten zur Geschichte der Indienforschung in Kooperation mit der Tübinger Universitätsbibliothek (Federführung Heidrun Brückner, Karin Steiner und Gabriele Zeller). Hieraus ging auch Agnes Weiskes Würzburger Dissertation von 2016 über Otto Böhtlingk hervor („…für die Wißenschaft, der ich von ganzer Seele lebe“, Wiesbaden 2017), sowie mehrere Artikel zum Themenkomplex. Daneben publizierte sie gemeinsam mit Hartmut Walravens zwei Bände mit Briefen Anton Schiefners (Wien 2016, 2017) sowie gemeinsam mit G. Zeller und Frank Köhler einen Indexband zu den Böhtlingk-Briefen (Wiesbaden 2015).

Bis unmittelbar vor ihrem Tod war Agnes Weiske wissenschaftlich tätig und hat ihr weitläufiges internationales Netzwerk von Verwandten, Freunden, Kollegen und Weggefährten gepflegt, unterstützt und ermutigt. Wir alle werden ihr ein liebendes und wertschätzendes Andenken bewahren.

Heidrun Brückner, Gabriele Zeller, Karin Steiner

Publikationen

2021 Stache-Weiske, Agnes/Walravens, Hartmut (Hrsg.) Der Linguist Anton Schiefner (1817–1879) und sein Netzwerk – Briefe an Emil Schlagintweit, Leo Reinisch, Franz v. Miklosich, Vatroslav Jagić, K. S. Veselovskij, Eduard Pabst, Vilhelm Thomsen und andere. Verlag der österreichischen Akademie der Wissenschaften 2021.

2020 Stache-Weiske, Agnes/Meier-Barthel, Franz (Hrsg.). Georg Rosen: Notizen von einer Reise durch Serbien, Anatolien und Transkaukasien in den Jahren 1843 und 1844. Herausgegeben und kommentiert von Agnes Stache-Weiske und Frank Meier-Barthel 2020. (Bonner Islamstudien Bd. 44).

2020 Rocher, Rosane/Stache-Weiske, Agnes (Hrsg.). For the Sake of the Vedas.The Anglo-German Life of Friedrich Rosen 1805–1837. Abhandlungen für die Kunde des Morgenlandes. Bd. 118. Deutsche Morgenländische Gesellschaft. Harrassowitz Verlag Wiesbaden 2020

2017 Hartmut Walravens / Agnes Stache-Weiske (Hg.): Anton Schiefner (1817-1879). Briefe und Schriftenverzeichnis. Briefe an Bernhard Jälg (1825-1886), Karl Ernst von Bär (1792-1876), Reinhold Köhler (1830-1892), Victor Hehn (1813-1890), August Friedrich Pott (1802-1887), Ernst Jung (1846-1920), L. Diefenbach (1806-1883), E. Förstermann (1822-1906) und K. Dziatzko. Wien: Akademie der Wissenschaften 2017, 530 S. (Beiträge zur Kultur- und Geistesgeschichte Asiens, Band: 94).

2017 „…für die Wißenschaft, der ich von ganzer Seele lebe“: Otto Böhtlingk (1815–1904): ein Gelehrtenleben rekonstruiert und beschrieben anhand seiner Briefe. Wiesbaden: Harrassowitz 2017. XV, 583 Seiten, 24 Abb., 3 Schaubilder, 1 Tabelle.

2016 Hartmut Walravens / Agnes Stache-Weiske (Hg.).: Anton Schiefner (1817–1879) und seine indologischen Freunde. Seine Briefe an die Indologen Albrecht Weber (1825–1901), Rudolf Roth (1821–1895) und William Dwight Whitney (1827–1894) sowie den Indogermanisten Adalbert Kuhn (1812–1881). Mit Anmerkungen, kleineren Arbeiten Schiefners und Register. Wien: Akademie der Wissenschaften 2016; 455 S. (Beiträge zur Kultur- und Geistesgeschichte Asiens, Band: 89)

2015 Agnes Stache-Weiske / Gabriele Zeller / Frank Köhler: Otto Böhtlingk an Rudolf Roth. Briefe zum Petersburger Wörterbuch 1852-1885. Index. Wiesbaden: Harrassowitz 2015; 188 S.

2015 „Man muß zuweilen Insekten mit Kanonen schießen.“ Max Müllers Rolle im Streit zwischen Böhtlingk und Monier-Williams. In: In ihrer rechten Hand hielt sie ein silbernes Messer mit Glöckchen / In her right hand she held a silver knife with small bells. Setubandhinivandanakaumudi. Studien zur indischen Kultur und Literatur / Studies in Indian Culture and Literature. Hg. von Anna Aurelia Esposito, Heike Oberlin, B.A. Viveka Rai und Karin Juliana Steiner. Wiesbaden 2015, S. 323-336

2012 „Da die Herren Sanskritisten zornige Leute sind...“ Bemerkungen zum Verhältnis von Otto Böhtlingk und Max Müller aus Briefen und anderen Quellen. In: Heidrun Brückner und Karin Steiner (Hg.): 200 Jahre Indienforschung – Geschichte(n), Netzwerke, Diskurse. Wiesbaden 2012, S. 69-94.

2007 Otto von Böhtlingk – Briefe zum Petersburger Wörterbuch. Hg. von Heidrun Brückner und Gabriele Zeller, bearbeitet von Agnes Stache Weiske, Wiesbaden 2007; XXII, 868 S. (Veröffentlichungen der Helmuth von Glasenapp Stiftung Bd. 45)

1999 „Welch tolle Zeiten erleben wir! – Briefe des lippischen Kanzlers Friedrich Ernst Ballhorn Rosen an seinen Sohn Georg in Konstantinopel, 1847-1851. Bearbeitet von A. StacheWeiske, Detmold 1999; XVIII, 470 S. (Lippische Geschichtsquellen Bd. 23).

1990 German Indologists, biographies of scholars in Indian studies writing in German by Valentina Stache-Rosen, New Delhi 1980, 2nd ed. by Agnes Stache-Weiske 1990; New Delhi: Max Mueller Bhavan 1990, 271 S.

1990 Das buddhistische Feuersymbol. In: Wiener Zeitschrift für die Kunde Südasiens, Bd. 34, 1990, S. 107-122.