Intern
Lehrstuhl für vergleichende Sprachwissenschaft

Zwischen Beobachtung und Konstruktion

Datum: 18.05.2026, 18:15 Uhr
Vortragende: Prof. Dr. Stefan Pfeiffer

Herodots Ägyptenbuch im Spannungsfeld von Ethnographie, Manipulation und Aufklärung

Wie gehen Antike Autoren mit dem Spannungsfeld zwischen Faktentreue und literarischer Gestaltung um? Im Zentrum dieses Vortrags steht Herodots Buch über Ägypten, das gleichermaßen für seine anschaulichen Beobachtungen wie für die Grenzen zwischen Tatsachenbericht und erzählerischer Konstruktion bekannt ist. Anhand ausgewählter Beispiele wird gezeigt, wie Herodot sowohl als Augenzeuge als auch als kreativer Gestalter seiner Quellen erscheint. Im Kern wird es um die Frage gehen, ob Herodot seine Darstellungen bewusst manipuliert und wenn ja, mit welchem Ziel er das macht? Der Vortrag beleuchtet Herodots Strategien der Authentizitätsbehauptung und diskutiert, wie sich darin bereits zentrale Anliegen der Aufklärung ankündigen – etwa das Hinterfragen tradierter Narrative, die kritische Auseinandersetzung mit Fremdheit und die Suche nach erkenntnisstiftender Wahrheit in der Geschichtsschreibung.

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