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    Lehrstuhl für vergleichende Sprachwissenschaft

    Die indogermanische Sprachfamilie

    Die Vergleichende Indogermanische Sprachwissenschaft, kurz Indogermanistik, hat die sogenannten "indogermanischen" Sprachen zum Forschungsgegenstand. Nachdem im 19. Jahrhundert eine zuverlässige Methodik entwickelt worden war, konnte der wissenschaftliche Nachweis erbracht werden, dass verschiedenste Sprachen auf dem europäischen und asiatischen Kontinent auf eine gemeinsame Grundsprache zurückgehen. Zusammen bilden sie die indogermanische Sprachfamilie. Die zahlreichen Einzelsprachen lassen sich - abgesehen von bruchstückhaft überlieferten Sprachen - in elf große Sprachgruppen unterteilen.

    Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung spricht heute eine indogermanische Sprache. Der Terminus selbst wurde 1823 von Julius Klaproth geprägt. Er soll die indogermanischen Sprachen in ihrer geographischen Verbreitung auf dem eurasischen Kontinent umklammern: mit Indisch als der südöstlichsten und Germanisch als der nordwestlichsten indogermanischen Sprachgruppe. 

    Als wissenschaftliche Disziplin hat sich die Indogermanistik zur Aufgabe gemacht, aus den überlieferten indogermanischen Tochtersprachen Rückschlüsse auf die gemeinsame Grundsprache, das sogenannte Urindogermanische, zu ziehen. Solche Rückschlüsse sind deshalb möglich, weil sprachliche Veränderungen nicht willkürlich, sondern in bestimmten Bereichen nach gleichbleibenden Regeln ablaufen. Deshalb können Sprachwissenschaftler die indogermanische Grundsprache in ihren verschiedenen Aspekten rekonstruieren (Lautsystem, Grammatik, Wortschatz, Syntax).

     

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