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    Lehrstuhl für Altorientalistik

    Frauenleben in Ägypten und Mesopotamien

    Datum: 12.01.2023, 18:00 - 20:00 Uhr
    Vortragende*r: Carola Koch | Dalia Shehata (Würzburg)

    Neue Forschungen zu Westasien im Altertum - Vortragsreihe des Lehrstuhls

    Der mittlerweile dritte Tandem-Vortrag von Mitarbeitern der Lehrstühle für Altorientalistik und Ägyptologie der JMU beleuchtet Einfluss und Wirken von Frauen in beiden Kulturräumen. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf deren Präsenz in Bereichen außerhalb des privaten Haushaltes wie Tempel, Totenkult oder Verwaltung, obgleich der jeweilige Schwerpunkt ganz unterschiedlich gesetzt wird. Während die Präsentation der Altorientalistin PD Dr. Dahlia Shehata den Aspekt von Frauen als Schreiberinnen von literarischen und religiösen Werken in den Fokus stellt, begibt sich die Ägyptologin Dr. Carola Koch auf die Suche nach altägyptischen Frauenbezeichnungen jenseits des üblichen Titels einer nbt-pr (Herrin des Hauses).

    Frauen Schaffen: zwischen Literatur und religiöser Kultur

    Autoren babylonischer und assyrischer Texte sind in der Regel anonym. Umso mehr ragt die bedeutende Königstochter Enḫeduana hervor, die als Schriftstellerin und Verfasserin etlicher versierter Gebete an die sumerische Göttin Inana ausgewiesen wird. Wo sind die Schreiberinnen sumerischer, babylonischer und assyrischer Texte? Und welche kulturimmanenten Rollenbilder verschleiern unsere eigenen Blicke, um sie angemessen wahrzunehmen? Der Streifzug durch die schriftliche und bildliche Evidenz beleuchtet Stellung und Wahrnehmung von Schreiberinnen und Autorinnen im alten Mesopotamien.

    Mehr als eine nbt-pr?

    Altägyptische Frauentitel weisen eine auffällig begrenzte Variationsbreite auf und erwecken auf diese Weise den Eindruck, dass sich weibliche Partizipation innerhalb der Gesellschaft auf den Haushalt beschränkte, und den Frauen allenfalls während des musikalischen Rahmenprogramms in Tempel und Kult eine Funktion als Sängerin und Sistrumspielerin zugestanden wurde. In seltenen Fällen haben sich allerdings Titel überliefert, die den Trägerinnen als Brauerinnen, Funerärpriesterinnen oder Schreiberinnen darüber hinaus reichende Fähigkeiten und Tätigkeitsfelder bescheinigen. Erfolgte die Einsetzung einer Frau in diesen Fällen nur ausnahmsweise oder ist der Mangel an Titelträgerinnen anderer „Berufe“ eher dem Zufall der Überlieferung geschuldet? Und ist die Annahme eines hohen Verwaltungstitels durch eine Frau womöglich nur auf den Wunsch nach „Befriedigung weiblicher Eitelkeit“ zurückzuführen, wie der Ägyptologe George Reisner vor gut 100 Jahren behauptete?


    Der Vortrag findet in Präsenz in der Bibliothek des Lehrstuhls für Altorientalistik (Residenzplatz 2, Tor A) statt. Gleichzeitig wird die Möglichkeit geboten, via ZOOM der Veranstaltung beizuwohnen (der ZOOM-Link wird zu Semesterbeginn hier bereitgestellt).

     

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